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Medizinisches Cannabis bei chronischen Schmerzen

Chronische Schmerzen sind für Millionen Menschen in Deutschland Alltag. 
Rückenschmerzen, Gelenkbeschwerden, Nervenschmerzen oder Schmerzen 
ohne klar erkennbare Ursache: Die Belastung ist hoch, und klassische 
Schmerzmittel stossen oft an Grenzen. Medizinisches Cannabis gilt seit 
Jahren als mögliche Ergänzung und zählt in Deutschland zu den 
häufigsten Indikationen. Diese Seite fasst zusammen, was dazu 
wissenschaftlich bekannt ist.​

Cannabis bei chronischen Schmerzen

Was sind chronische Schmerzen?


In Deutschland leben rund 23 Millionen Menschen mit chronischen Schmerzen. Von chronisch spricht man, wenn Schmerzen länger als drei Monate andauern oder in diesem Zeitraum immer wiederkehren. Häufige Formen sind Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Gelenkbeschwerden und neuropathische Schmerzen nach Nervenverletzungen. Dauerhafte Schmerzen belasten nicht nur den Körper, sondern führen häufig zu Schlafstörungen, Depressionen und sozialem Rückzug.


23 Mio.
Menschen

in Deutschland leiden unter chronischen Schmerzen

Wie sich chronische Schmerzen äußern

Chronische Schmerzen zeigen sich auf mehreren Ebenen. 
Neben dem Schmerz selbst verändert sich oft, wie Patienten ihren Alltag erleben. Vier Bereiche sind in der Praxis besonders häufig:


Anhaltender Schmerz

Dumpfer, brennender oder stechender Schmerz, 
der länger als drei Monate anhält, durchgängig oder in Schüben.

Eingeschränkte Beweglichkeit

Schonhaltungen, Verspannungen, Reduktion alltäglicher 
Aktivitäten bis hin zum Vermeidungsverhalten.

Schlafstörungen

Einschlafprobleme, häufiges Aufwachen oder 
unerholsamer Schlaf, oft direkt durch Schmerzen ausgelöst.

Psychische Belastung

Erschöpfung, depressive Verstimmungen, 
Konzentrationsschwierigkeiten und sozialer Rückzug.


Diagnose von chronischen Schmerzen


Die Diagnose erfordert eine gründliche Anamnese, körperliche Untersuchung und bei Bedarf 
bildgebende Verfahren wie MRT, CT oder Röntgen. Bei Verdacht auf neuropathische Schmerzen kommen 
neurologische Tests hinzu. Ziel ist, die Ursache so genau wie möglich einzugrenzen, 
um die Therapie gezielt planen zu können.

Therapie: Wege aus der Schmerzspirale


Moderne Schmerztherapie setzt auf mehrere Säulen: Medikamentöse Behandlung, Physiotherapie, Psychotherapie und alternative Verfahren. Zum Einsatz kommen je nach Ursache NSAR, Antikonvulsiva, Antidepressiva und Opioide. Letztere sind wegen Nebenwirkungen und Abhängigkeitspotenzial umstritten.

Lebensstil-Änderungen: Aktiv gegen Schmerz

Regelmässige Bewegung, gezieltes Krafttraining, entzündungsarme Ernährung, ausreichend Schlaf und Stressreduktion wirken sich nachweislich günstig auf die Schmerzwahrnehmung aus. Diese Massnahmen ersetzen keine medizinische Therapie, unterstützen sie aber sinnvoll.

Mehr Infos zum Ablauf:

Ablauf der Therapie

Cannabis-Therapie bei Schmerzen

Die Geschichte von 
Cannabis als Schmerzmittel




2900 v. Chr.

China

Cannabis ist eine der ältesten Heilpflanzen der chinesischen Medizin. Im Heilkräuterbuch des Kaisers Shen Nung wird Hanf bei rheumatischen Beschwerden, Schmerzen und Erschöpfung erwähnt. Später wurde Cannabis in Betäubungsmischungen verwendet, z.B. vom Arzt Hua Tuo, der Cannabis-Wein für Operationen nutzte. 
Li, 1974, fasst diese frühen Quellen zusammen.



1500 v. Chr.

Antikes Indien

In der ayurvedischen Tradition zählt Cannabis (Bhanga, Vijaya) zu den klassischen Heilpflanzen. Die alten medizinischen Schriften Sushruta Samhita und Charaka Samhita beschreiben Anwendungen bei Verdauungsbeschwerden, Schlafstörungen, Schmerzen und nervlicher Anspannung. Cannabis wurde meist in Pulver- oder Getränkeform verabreicht, oft in Kombination mit anderen Kräutern. Russo, 2007 ordnet diese überlieferten Anwendungen wissenschaftshistorisch ein und vergleicht sie mit modernen Erkenntnissen zur Pharmakologie.



1839

Europa

Der irische Arzt William O'Shaughnessy beschrieb 1839 erstmals die medizinische Nutzung von Cannabis, das er in Indien kennengelernt hatte. Sein Bericht über Anwendungen bei Krämpfen, Rheuma und Tetanus führte zur Aufnahme in europäische und amerikanische Arzneibücher. Selbst Queen Victorias Leibarzt verschrieb Cannabis-Tinkturen. Mit dem Aufkommen synthetischer Schmerzmittel um 1900 verlor Cannabis jedoch an Bedeutung.



2017

Deutschland

Mit dem Cannabis-als-Medizin-Gesetz von 2017 wurde medizinisches Cannabis in Deutschland für schwer erkrankte Patienten verschreibungsfähig. Das Cannabisgesetz von 2024 erleichterte den Zugang weiter, indem das Betäubungsmittel-Rezept durch ein normales Privatrezept ersetzt wurde. Chronische Schmerzen zählen seither zu den häufigsten Indikationen für eine cannabinoidgestuetzte Therapie.

Cannabis bei chronischen Schmerzen: 
Ein Blick auf die pflanzliche Medizin


Das Endocannabinoid-System 


Das Endocannabinoid-System reguliert unter anderem Schmerzverarbeitung und Entzuendungsreaktionen. Über CB1-Rezeptoren im Nervensystem und CB2-Rezeptoren im Immunsystem beeinflusst es, wie stark Schmerzsignale wahrgenommen werden. Bei chronischen Schmerzen gerät dieses System manchmal aus dem Gleichgewicht, was die Schmerzempfindlichkeit erhöhen kann.

Cannabinoid System im Körper

Wirkung von THC bei Schmerzen


THC bindet direkt an CB1- und CB2-Rezeptoren und kann Schmerzsignale modulieren. Studien deuten auf schmerzlindernde und entzuendungshemmende Effekte hin, insbesondere bei neuropathischen Schmerzen Wilsey B., 2012. Psychoaktive Nebenwirkungen erfordern eine sorgfältige Dosierung.


THC bei Schmerzen

Wirkung von CBD bei Schmerzen


CBD wirkt nicht psychoaktiv. Es hemmt indirekt den Abbau körpereigener Endocannabinoide und hat entzündungshemmende sowie neuroprotektive Eigenschaften. Tagsüber eignet es sich, weil es die Konzentration nicht beeinträchtigt.



CBD bei Schmerzen
Cannabis kann bei chronischen Schmerzen eine ergänzende Option sein, besonders wenn klassische Medikamente nicht ausreichen oder schlecht vertragen werden. Die Wirkung ist individuell, und eine ärztliche Begleitung ist Voraussetzung.

Schmerzen und Cannabis: Die Studienlage


​Die wissenschaftliche Evidenz zu Cannabis bei chronischen Schmerzen ist im Vergleich zu anderen 
Indikationen gut entwickelt. Craft et al., 2023 und Blake et al., 2006 dokumentieren Hinweise auf 
Schmerzlinderung bei unterschiedlichen Schmerzformen. Boehnke et al., 2016 untersucht den Rückgang 
des Opioid-Konsums bei Einführung einer Cannabistherapie. Henshaw et al., 2021 und 
Petzke et al., 2021 geben einen aktuellen Überblick über die Studienlage im deutschsprachigen Raum.



Rechtliche Lage in 
Deutschland (Stand 2026)


Medizinisches Cannabis ist seit 2017 verschreibungsfähig. Mit der Gesetzesänderung von 2024 
wurde der Zugang deutlich erleichtert. Chronische Schmerzen zählen zu den häufigsten 
Indikationen für medizinisches Cannabis in Deutschland. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die 
Kosten in bestimmten Fällen, eine vorherige Prüfung ist sinnvoll.



Wie kann ich mir Cannabis für chronische Schmerzen 
verschreiben lassen?


1

Beratungsgespräch:

Wir besprechen Ihre Schmerzgeschichte, bisherige Therapien und aktuelle Medikation. Das Gespräch ist absolut diskret und sie können alle ihre Fragen beantworten. 

Lernen Sie unsere Ärzte kennen:
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2

Rezept

Wenn medizinisch sinnvoll, stellt Ihr Arzt ein Rezept aus. Mit diesem Rezept können sie in jeder Apotheke in Deutschland ihr medizinisches Cannabis holen.
3

Einstellung

Die Therapie startet mit niedriger Dosierung, die Wirkung geprüft und die Therapie angepasst.

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Häufige Fragen zu Cannabis und Schmerzen


Manche Patienten berichten von einer Reduktion der Schmerzintensität und einer verbesserten Lebensqualität. Manche erleben zusätzlich eine Linderung von Begleitsymptomen wie Schlafproblemen oder Muskelverspannungen. Die Reaktion ist individuell: Manche profitieren deutlich, andere wenig. Mögliche Nebenwirkungen sind Schwindel, Mundtrockenheit und Müdigkeit.

Die Wahl der Sorte richtet sich nach Schmerzart und Tagesablauf:

  • THC-dominante Sorten können stark schmerzlindernd wirken,  aber psychoaktive Effekte haben und eignen sich oft besser für abends.

  • CBD-dominante Sorten wirken nicht berauschend, haben entzündungshemmende und entkrampfende Eigenschaften und lassen sich tagsüber einsetzen.

  • Kombinationspräparate mit abgestimmtem THC/CBD-Verhältnis erlauben eine individuelle Anpassung.

Die Wirkung hängt stark von der Verabreichungsform ab. Inhaliertes Cannabis (Vaporizer mit Cannabis-Blueten) entfaltet seine Wirkung in der Regel innerhalb weniger Minuten und hält zwei bis vier Stunden an. Oral eingenommene Präparate wie Öle oder Kapseln wirken langsamer, oft erst nach 30 bis 90 Minuten, halten dafür aber sechs bis acht Stunden. Eine stabile Schmerzlinderung im Alltag lässt sich meist erst nach mehreren Tagen bis Wochen sauberer Einstellung beurteilen.

Mögliche Nebenwirkungen sind Schwindel, Mundtrockenheit, Müdigkeit, leichte Konzentrationsstörungen und ein vorübergehender Anstieg des Herzschlags. Bei zu hoher THC-Dosierung können Benommenheit oder Angstgefühle auftreten. Die meisten Nebenwirkungen sind dosisabhängig und lassen sich durch eine vorsichtige Dosis- und Sortenwahl reduzieren. Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychischen Vorerkrankungen oder Schwangerschaft ist besondere Vorsicht geboten.

Im Vergleich zu Opioiden und Benzodiazepinen ist das körperliche Abhängigkeitspotenzial von medizinischem Cannabis gering. Eine psychische Gewohnheit kann sich entwickeln, vor allem bei dauerhaft hoher THC-Dosierung. Im therapeutischen Rahmen mit ärztlicher Kontrolle der Dosis ist das Risiko deutlich reduziert. Wer die Therapie beendet, sollte das schrittweise und in Absprache mit dem behandelnden Arzt tun.

Grundsätzlich gilt: Wer durch eine Cannabis-Therapie in seiner Reaktionsfähigkeit eingeschränkt ist, darf nicht am Straßenverkehr teilnehmen. Patienten unter ärztlich angeordneter Therapie sind rechtlich anders gestellt als Freizeitkonsumenten, müssen ihre Fahrtauglichkeit aber selbst verantwortungsvoll einschätzen. Insbesondere zu Beginn der Therapie und nach Dosisanpassungen ist die Reaktionsfähigkeit häufig reduziert. Wir empfehlen, die ersten Tage einer Einstellung nicht selbst zu fahren und im Zweifel den behandelnden Arzt zu Rate zu ziehen.
Mehr Infos zum Thema Führerschein und Cannabis hier: 

Führerschein und Cannabis

Die Gesamtkosten setzen sich aus Erstgesprächen, Folgerezepten und den eigentlichen Cannabis-Präparaten in der Apotheke zusammen. Bei Cureal liegt das Erstgespräch ab 9,90 EUR, ein Folgerezept ab 19,90 EUR. Die monatlichen Apothekenkosten hängen von Sorte und Dosierung ab. Eine konkrete Kostenkalkulation besprechen wir individuell im Erstgespräch.

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Disclaimer

Dieser Text dient ausschliesslich der Information. Er ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Medizinisches Cannabis ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel und unterliegt strengen gesetzlichen Vorgaben. Die Entscheidung für oder gegen eine Therapie trifft ausschliesslich die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt im individuellen Gespräch.