Pulsierender Schmerz
Häufig einseitige Kopfschmerzen über 4 bis 72 Stunden, oft verstärkt durch Belastung.
Cureal Therapiespektrum
Migräne ist eine neurologische Erkrankung mit wiederkehrenden Kopfschmerzattacken, Übelkeit und starker Licht- oder Geräuschempfindlichkeit. Cureal ordnet medizinisches Cannabis als mögliche ergänzende Therapieoption ärztlich ein.
Einordnung
Migräne ist eine chronische Kopfschmerzerkrankung mit wiederkehrenden Attacken und zählt laut WHO zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen weltweit. In Deutschland sind etwa 14,8 Prozent der Frauen und 6 Prozent der Männer betroffen.
Typisch sind einseitige, pulsierende Schmerzen, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit, Geräuschempfindlichkeit und bei manchen Betroffenen Aura-Symptome. Ursache ist eine komplexe Wechselwirkung aus genetischer Veranlagung, neurovaskulären Prozessen und individuellen Triggern.
Trigger können Stress, Schlafmangel, hormonelle Schwankungen, bestimmte Lebensmittel, Wetterwechsel oder Überforderung sein. Eine genaue Diagnose und ein Kopfschmerztagebuch helfen bei der Therapieplanung.
Symptome und Trigger
Migräne verläuft individuell. Diese Punkte ersetzen keine Diagnose, helfen aber bei der ersten Einordnung.
Häufig einseitige Kopfschmerzen über 4 bis 72 Stunden, oft verstärkt durch Belastung.
Helles Licht, Geräusche oder intensive Gerüche können während der Attacke kaum erträglich sein.
Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu Erbrechen können vor oder während des Schmerzpeaks auftreten.
Flimmern, Lichtblitze, blinde Flecken oder Sensibilitätsstörungen sind möglich.
Stress, Schlafmangel, Hormonschwankungen, Lebensmittel, Wetterwechsel oder Überforderung.
Medizinisches Cannabis kann eine ergänzende Option sein, wenn klassische Wege nicht ausreichen.
Abklärung
Migräne wird nicht per Bluttest festgestellt, sondern über Beschwerdebild und Ausschlussdiagnostik.
Die Diagnose wird durch Neurologinnen, Neurologen oder Hausärztin bzw. Hausarzt anhand der Beschwerdeschilderung, der Anfallshäufigkeit, eines Kopfschmerztagebuchs und gegebenenfalls bildgebender Verfahren wie MRT oder CT gestellt, um andere Ursachen auszuschließen.
Internationale Migräne-Diagnosekriterien definieren genaue Schwellen für Anfallsdauer, Schmerzcharakter und Begleitsymptome. Eine sorgfältige Abklärung ist Voraussetzung für jede Therapieentscheidung.
Klassische Behandlung
Die Behandlung erfolgt auf zwei Ebenen: die akute Behandlung beim Anfall und die vorbeugende Therapie zur Reduktion der Anfallshäufigkeit.
Bei einem akuten Migräneanfall werden meist Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Naproxen eingesetzt, bei stärkeren Anfällen Triptane wie Sumatriptan, ergänzt durch Mittel gegen Übelkeit. Die Wirkstoffwahl orientiert sich an den Leitlinien der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft und richtet sich nach Schweregrad und individueller Verträglichkeit.
Max. 10 Tage/MonatWer mehr als drei Migränetage im Monat hat oder besonders belastende Anfälle erlebt, sollte mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt über eine vorbeugende Therapie sprechen. Klassische Optionen:
Cannabis und Schmerz
Das Endocannabinoid-System ist an Schmerzen, Entzündung und dem Zusammenspiel von Nerven und Blutgefäßen beteiligt. Forscher vermuten, dass dieses System bei Migräne-Patientinnen und -Patienten weniger aktiv sein könnte. Cannabis-Wirkstoffe wie THC und CBD setzen an denselben körpereigenen Andockstellen an.
THC ist der psychoaktive Wirkstoff und kann Schmerzen und Übelkeit beeinflussen. CBD macht im Gegensatz dazu nicht "high" und könnte entzündungshemmend und beruhigend wirken; allein zeigt es bei Migräne bislang keinen klaren Vorteil, in Kombination mit THC kann es aber die Verträglichkeit verbessern.
Cannabis könnte damit eine sinnvolle Ergänzung sein, besonders wenn klassische vorbeugende Therapien nicht ausreichend helfen oder schlecht vertragen werden. Wie gut Cannabis im Einzelfall hilft, ist individuell. Eine ärztliche Begleitung, klare Dosierung und Verlaufskontrolle bleiben entscheidend.
Evidenz
Ein Überblick über die zentralen Arbeiten zu Cannabis bei Migräne.
Höchstwertige Untersuchung: Patientinnen und Patienten inhalierten bei jeweils vier Anfällen THC, CBD, eine Kombination oder ein Scheinmedikament. Zwei Stunden danach hatte die THC-CBD-Kombination deutlich seltener Schmerzen als das Scheinmedikament. Schwere Nebenwirkungen traten nicht auf.
App-basierte Auswertung: über 12.000 dokumentierte Cannabis-Anwendungen deuten auf eine Linderung von Migräne-Schmerzen hin. Allerdings können sich Gewohnheitseffekte und Schmerzmittel-Kopfschmerz entwickeln.
Rechtslage
Der Zugang zu medizinischem Cannabis ist heute deutlich einfacher als noch vor wenigen Jahren. Medizinisches Cannabis ist in Deutschland seit 2017 verschreibungsfähig, mit der Gesetzesänderung von 2024 wurde der Zugang für Patientinnen und Patienten weiter erleichtert.
Bei Migräne erfolgt die Anwendung in den meisten Fällen außerhalb der zugelassenen Indikation (Off-Label). Eine Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse wird im Einzelfall geprüft; in der Praxis erfolgt die Cannabis-Therapie bei Migräne meist auf Privatrezept.
Ablauf
Die Entscheidung für oder gegen eine Cannabistherapie trifft immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt im individuellen Termin.
Migräne-Verlauf, Anfallshäufigkeit, Trigger, bisherige Therapien und Medikamente werden besprochen.
Es wird geprüft, ob medizinisches Cannabis für die individuelle Situation medizinisch vertretbar ist.
Wenn die Therapie passt, kann ein Rezept ausgestellt und der weitere Ablauf erklärt werden.
Die Behandlung startet vorsichtig und wird anhand von Wirkung und Verträglichkeit angepasst.
Verlauf, Nebenwirkungen und Fahrtüchtigkeit werden regelmäßig eingeordnet.
Einordnung
Bei Migraene geht es nicht um eine pauschale Sorte oder ein pauschales Rezept. Entscheidend sind Attackenmuster, Tagesrhythmus, Vorerkrankungen, Wechselwirkungen und das Therapieziel.
Häufige Fragen
Diese Antworten geben eine erste Orientierung. Die konkrete Einschätzung für Ihre Situation trifft die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.
Manche Patientinnen und Patienten erleben weniger Anfälle, schwächere Schmerzen oder besseren Schlaf. In der Schuster-Studie 2024 zeigte eine Kombination aus THC und CBD nach zwei Stunden deutlich mehr Schmerzlinderung als ein Scheinmedikament. Wie gut Cannabis hilft, unterscheidet sich stark von Patient zu Patient. Mögliche Nebenwirkungen sind Schwindel, Mundtrockenheit und Müdigkeit.
Die passende Sorte hängt von Attackenmuster und Tagesablauf ab. Sorten mit mehr THC werden oft im akuten Anfall oder abends eingesetzt. Sorten mit mehr CBD eignen sich tagsüber, wenn keine psychoaktive Wirkung gewünscht wird. Auch Kombinationen mit festem THC-CBD-Verhältnis sind möglich. Die richtige Wahl wird im ärztlichen Erstgespräch besprochen.
Inhaliertes Cannabis (mit Verdampfer) wirkt meist innerhalb weniger Minuten und hält zwei bis vier Stunden an. Cannabis-Öle oder Kapseln wirken langsamer, etwa 30 bis 90 Minuten, dafür aber länger, sechs bis acht Stunden. Bei vorbeugender Anwendung zeigt sich eine stabile Wirkung in der Regel erst nach einigen Wochen mit richtiger Einstellung.
Mögliche Nebenwirkungen sind Schwindel, Mundtrockenheit, Müdigkeit, leichte Konzentrationsstörungen und ein vorübergehend schnellerer Herzschlag. Bei zu hoher THC-Dosis können Benommenheit oder Angstgefühle auftreten. Bei Migräne besteht ein zusätzliches Risiko: Werden Akutmedikamente zu oft genommen, kann der Körper selbst Kopfschmerzen entwickeln (Schmerzmittel-Kopfschmerz). Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychischen Vorerkrankungen oder Schwangerschaft ist besondere Vorsicht geboten.
Im Vergleich zu Opioiden und Benzodiazepinen ist das körperliche Abhängigkeitspotenzial gering. Eine psychische Gewohnheit kann sich entwickeln, besonders bei dauerhaft hoher THC-Dosierung. Im therapeutischen Rahmen mit ärztlicher Dosiskontrolle ist das Risiko deutlich reduziert. Wer die Therapie beendet, sollte das schrittweise und in Absprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt tun.
Wer durch die Cannabis-Therapie in der Reaktionsfähigkeit eingeschränkt ist, darf nicht am Straßenverkehr teilnehmen. Besonders zu Therapiebeginn und nach Dosisanpassungen ist die Reaktionsfähigkeit häufig reduziert. Empfehlung: die ersten Tage einer Einstellung nicht selbst fahren und im Zweifel die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt befragen.
Die Gesamtkosten setzen sich aus Erstgespräch, Folgerezepten und den Cannabis-Präparaten in der Apotheke zusammen. Bei Cureal liegt das Erstgespräch bei 19,90 EUR, ein Folgerezept ebenfalls bei 19,90 EUR. Die monatlichen Apothekenkosten hängen von Sorte und Dosierung ab und werden individuell im Erstgespräch besprochen.
Verwandte Themen
Migräne tritt häufig gemeinsam mit anderen Beschwerdebildern auf. Diese Themen hängen eng zusammen.
Cannabis kann hier auf ähnliche Weise wirken wie bei Migräne und tritt oft als Begleitsymptom auf.
Zur SeiteSchlafprobleme verstärken die Anfallshäufigkeit bei Migräne. Cannabis bei Schlafstörungen ist gut untersucht.
Zur SeiteDepressive Symptome treten bei chronischer Migräne häufiger auf. Auch hier kann das körpereigene Cannabinoid-System eine Rolle spielen.
Zur SeiteWenn Akuttherapie oder Prophylaxe nicht ausreichend helfen oder schlecht verträglich sind, kann eine ärztliche Beratung klären, ob medizinisches Cannabis für Ihre Situation infrage kommt.